Immerhin neun Spieler des Saarländischen Badmintonverbands konnten sich für die 58. Deutschen Badminton Meisterschaften, die vom 04. bis 07. Februar 2010 in der Seidenstickerhalle zu Bielefeld stattfanden, qualifizieren. Unter Ihnen auch die Vorjahressieger im Herrendoppel Johannes Schöttler und Kristof Hopp (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim), die, an zwei gesetzt, in einem spannenden Finale über einen weiteren Saarländer, Michael Fuchs (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) und seinen Doppelpartner Ingo Kindervater (1. BC Beuel) unter den wachsamen Augen zweier weiterer Saarländer, nämlich dem Schiedsrichter Holger Baus und dem Aufschlagrichter Björn Langenfeld, triumphieren konnten.
Es war die Neuauflage des Vorjahresfinales – nur mit geänderten Vorzeichen: Johannes Schöttler und Kristof Hopp, Deutsche Meister im Herrendoppel 2009 und an zwei gesetzt trafen erwartungsgemäß auf das topgesetzte Team Michael Fuchs und Ingo Kindervater. Doch Schöttler/Hopp hatten nur im ersten Satz Probleme mit den Gegnern: „Das Match ist für uns von Anfang an gut gelaufen, obwohl der erste Satz lange sehr eng war. Da hatten wir am Ende auch ein wenig Glück. Im zweiten waren wir gleich am Drücker und haben schnell hoch geführt“, so Schöttler nach dem 21:18- und 21:11-Erfolg. Und vor allem er war es auch, der mit seinen hellwachen und aggressiven Aktionen im Vorderfeld überzeugen konnte, meinte auch Hopp auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept: „Johannes vorne und ich hinten – das funktioniert gut.“
Einen zweiten Titel verpasste der 24-jährige Schöttler nur knapp. Im Mixedfinale verloren er und seine Partnerin Sandra Marinello (1. BC Düren) mit 19:21 und 8:21 gegen das an Position eins gesetzte Doppel Ingo Kindervater und Birgit Overzier (beide 1. BC Beuel) klar. Für Overzier war es der erste Mixed-Titel im siebten Anlauf. Doch die Enttäuschung hielt sich beim Bischmisheimer in Grenze: „Die beiden waren heute einfach besser, das muss man ganz klar sagen. Im ersten Satz konnten wir es noch einmal spannend machen und auf 19:19 ausgleichen. Aber im zweiten war der Unterschied dann deutlich.“
Schöttler hatte im Halbfinale bereits gegen Michael Fuchs und Nicol Bittner (PTSV Rosenheim) mit 21:17 und 22:20 ein harte Partie durchgestanden.
Im Herreneinzelfinale hatte Marc Zwiebler (1. BC Beuel), der gegen Dieter Domke (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) das Spiel fest im Griff und es gelang ihm, das gefürchtete Angriffsspiel von Domke zu unterbinden. In einem guten Kampf konnte Domke, der erstmals im Endspiel stand, mit 21:11 und 21:13 gut mithalten und sprach voll Respekt vom alten und neuen Meister: „Marc war bärenstark. Und ich noch zu unfit. Aber ich verspreche ihm, dass ich viel trainieren werden, um es ihm beim nächsten Mal schwerer zu machen.“ Für Zwiebler ist es bereits der vierte Deutsche Meistertitel.
Zuvor musste bereits Marcel Reuter (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) im Halbfinale gegen den Deutschen Meister die Segel streichen und konnte ihm mit 21:12 und 21:11 ebenfalls ein wenig Paroli bieten.
Auch das Endspiel im Dameneinzel kam, wie alle Finalpartien, ohne Entscheidungssatz aus. So übertrumpfte Juliane Schenk (SG EBT Berlin) ihre Kontrahentin Karin Schnaase (SC Union Lüdinghausen) gerade zu und gewann eindrucksvoll mit 21:6 und 21:10.
Die Überraschung jedoch gelang den beiden erfahrenen Damen Nicol Bittner und Karen Neumann (PTSV Rosenhiem/VfL 93 Hamburg), beide ehemalige Olympiateilnehmerinnen, als sie an 3/4 gesetzt im Halbfinale den jugendlichen Isabell Herttrich und Inken Wienefeld (TSV Lauf/VfL 93 Hamburg) mit 21:17 und 21:16 das Finalspielticket vor der Nase wegschnappten. Jedoch war hier gegen die Nationalspielerinnen Sandra Marinello und Birgit Overzier nichts mehr drin und sie unterlagen mit 11:21 und 14:21.
Der Überflieger des Turniers war jedoch Jugendspieler Nikolaj Persson, der in der 2. Bundesliga Nord für den TSV Trittau aufschlägt. Erst sicherte sich der amtierende Deutsche U19-Meister, auf 9/16 gesetzt, einen Platz im Viertelfinale, als er Fabian Hammes (SV Fischbach) in einem packenden Drei-Satz-Match mit 21:18, 13:21 und 25:23 in 50 Minuten niederrang. Der Jubelschrei des jungen Persson sprach Bände. Und Siege geben Kraft für weitere Erfolge, so konnte er befreit gegen den auf 3/4 gesetzten, siebenfachen Deutschen Meister, Björn Joppien (FC Langenfeld) spielen. Schon im ersten Satz war ihm der Respekt des Altmeisters sicher und Persson siegte mit 21:14 recht deutlich. Doch Joppien ließ nicht locker und drehte im zweiten Satz mit 14:21 den Spieß um. In einem dramatischen dritten Satz führte er zunächst 19:15, doch Joppien gleich in einem gewaltigen Endspurt zum 19:19 aus. Den Matchball bei 20:19 konnte Persson nicht nutzen, doch nach ständig wechselnder Führung war beim Stande von 24:22 dann die Überraschung perferkt. Der Trittauer nach dem Spiel: „Mit diesem Sieg hatte ich nicht unbedingt gerechnet. Immerhin war er siebenmal Deutscher Meister. Umso mehr freue ich mich natürlich darüber“. Björn Joppien war zwar enttäuscht, nahm seine Niederlage jedoch gefasst: „Nikolaj hat gut gespielt und er hat viel Potential, ein ganz Großer zu werden.“ Sogar Bruder Mike Joppien (FC Langenfeld) konnte dem Ausscheiden von Björn noch etwas Gutes abgewinnen: „Mit meiner Halbfinalteilnahme im Mixed bin ich damit zum ersten Mal sogar länger im Turnier als mein Bruder“.
Für die weiteren saarländischen Athleten ging es nicht ganz so weit nach vorne. Nach einem hervorragenden Kampf im Viertelfinale scheitert Carola Bott (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) mit 25:27 und 13:21 an Janet Köhler (TSV Trittau).
Philip Welker und Matthieu Pohl mussten sogar ihr Viertelfinal-Spiel gegen Hopp/Schöttler im Vorfeld aufgeben nachdem sie am Freitag Robert Franke und Andreas Kämmer (beide BC Eintracht Südring Berlin) noch in drei Sätzen besiegen konnten.
Für Michael Kleibert (1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) und Fernando Poyatos (BSG Unkel/Linz) war am Freitag noch ein Sieg in der Runde eins gegen Marius Herbst und Sven Lübbers (TV 1875 Paderborn) mit 21:19, 18:21 und 21:18 drin, doch schon am frühen Nachmittag war dann gegen das hochklassige Duo Peter Käsbauer und Oliver Roth (beide PTSV Rosenheim) Schluss, obwohl man sich mit 19:21 und 17:21 extrem kämpferisch gab und nur knapp das Viertelfinale verpasste.
Das Bischmisheimer Jugendtalent Dominic Becker musste sich bei seiner ersten Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften ebenfalls früh geschlagen geben und verlor sein Einzel gegen Henning Zanssen (BV Gifhorn) mit 9:21 und 12:21, sowie das Doppel mit Jens Kamburg (TuS Schwanheim 1872) gegen Stephan Löll und David Washausen (BV Wesel/1.BC Düren) in 38 Minuten mit 12:21, 21:18 und 16:21.
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